Tenina betreibt einen kleinen Kiosk in Swasiland

Einfach ein gutes Leben

Tenina betreibt einen kleinen Kiosk in Swasiland

Einfach ein gutes Leben

Tenina kommt aus Swasiland, einem sehr armen Land, das mitten in Südafrika liegt. Hier betreibt sie einen kleinen Kiosk und ein Catering. „Ich habe einen Mikrokredit bekommen und vor drei Jahren den Kiosk eröffnet. Obwohl die Leute hier nicht viel Geld haben, läuft der Kiosk gut.“

Als Tenina acht Jahre alt war, starben ihre Eltern. Von da an lebte sie bei ihren älteren Geschwistern, die die Schule abbrachen und alles dafür taten, regelmäßig Essen auf den Tisch zu bringen. Trotzdem gingen die fünf Geschwister oft hungrig zu Bett. So wurde Tenina zu einer Familie gebracht, bei denen sie Babysitten und im Haushalt mithelfen sollte. „Es war schwer, ich war erst acht Jahre alt, wusste nichts“, sagt sie heute. Doch auch dieser Familie ging bald das Geld aus: Das Schulgeld konnten sie nicht mehr bezahlen. „Zum Glück brachten sie mich dann ins SOS-Kinderdorf Nhlangano.“

Tenina besuchte die SOS-Schule und war rundum versorgt. „Ich hatte keine besonders guten Noten“, gesteht sie. „Weil ich früher neben der Schule arbeiten musste, habe ich oft gefehlt und viel verpasst.“ Aber ihre SOS-Mutter gab nicht auf: Sie wollte, dass Tenina etwas aus ihrem Leben macht. „Meine SOS-Mutter ist für mich wie… ich weiß nicht wie ich es erklären soll. Die Leute bei SOS sind für uns eine große Stütze, sie bringen uns viele Dinge bei und sie geben uns Liebe, die sich wie die unserer leiblichen Mütter anfühlt. Sie sorgen dafür, dass wir uns nicht alleine gelassen fühlen und unsere verstorbenen Mütter trotzdem immer in Erinnerung behalten. Und uns zuhause fühlen.“

Nach dem Abitur ging sie auf eine Hotelfachschule. „Ich war eine der Jahrgangsbesten“, lacht sie. „Damit habe ich selbst nicht gerechnet.“ Nur einen Job fand sie auch nach langer Suche nicht. „Dann habe ich mich selbständig gemacht. Habe geheiratet. Und zwei wundervolle, gesunde Kinder bekommen.“

Heute kann sie etwas von ihrem Glück zurückgeben. „Wenn ein Fest im Kinderdorf stattfindet, mache ich das Catering – natürlich kostenlos. Und dann brauche ich hin und wieder Aushilfen im Kiosk. Die Jugendlichen aus dem SOS-Kinderdorf können sich bei mir ein wenig dazu verdienen und etwas darüber lernen, wie man ein Geschäft führt.“

Ihren Mann lernte sie im Gymnasium kennen. „Wir haben immer zusammen gelernt, waren Freunde. Dass es dann gefunkt hat, hat uns glaube ich, beide ein wenig überrascht.“ Ihr Mann ist Mathematiklehrer an der örtlichen Grundschule. „Wir sind eine ganz normale, glückliche Familie“, lächelt Tenina. „Wir haben ein kleines Haus und genug zu Essen. Meine Kinder sind gut in der Schule. Das ist alles, was ich mir immer gewünscht habe.“

In diesem kurzen Videoclip können Sie Tenina live erleben.

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Der Superstar aus dem SOS-Kinderdorf

Der Superstar aus dem SOS-Kinderdorf

Rijad Gvozden ist ein Multitalent: Er ist Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur. Er spielte an der Seite von Penelope Cruz und Angelina Jolie. Und er wuchs im SOS-Kinderdorf in Gračanica in Bosnien auf.

„Ich kam mit zehn Jahren ins SOS-Kinderdorf, weil meine Mutter gestorben ist“, erzählt er über seine Kindheit. „Das SOS-Kinderdorf nahm mich und meine beiden kleineren Geschwister auf, weil wir 10 Kinder waren und mein Vater nicht für uns alle sorgen konnte. Anfangs war es sehr schwer für mich, aber später wurde es besser: Ich hatte Freunde, SOS-Geschwister, die noch heute zu mir halten. Außerdem war Krieg und wir waren im SOS-Kinderdorf in Sicherheit.“

Dass er Schauspieler werden wollte, wusste Rijad schon sehr früh. „Ich hatte immer das Gefühl, dass Schauspielerei ein Teil von mir war – als wäre mir die Lust zu spielen angeboren“, lacht er.

Rijad gilt heute als Vorbild in den SOS-Kinderdörfern in Bosnien. Jeder kennt ihn. Er spielte im Fernsehen, in einer deutschen Winnetou-Verfilmung neben Wotan Wilke Möhring und gewann etliche Preise. Derzeit absolviert er ein Stipendium einer bosnischen Schauspiel-Stiftung. „Das war alles harte Arbeit: jeder Preis, jedes Stipendium, jeder Kurs an der bosnischen Schauspielschule“, sagt er heute. „Schauspielerei ist ein extrem anstrengender Beruf. Du musst an deine persönlichen Grenzen gehen.“

Wenn Rijad nicht vor der Kamera oder auf der Bühne steht, schreibt er Drehbücher oder produziert selbst Filme. „Mein Kurzfilm ‚Familienalbum‘ (im Original: ‚Porodicni album‘) lief auf vielen Festivals. Es geht um eine bosnische Studentin, die wegen des Krieges ihr Studium aufgibt und zurück zu ihren Eltern geht.“

Aber welche von seinen vielen Tätigkeiten mag Rijad am liebsten? „Als Produzent und Regisseur hast du enorme kreative Freiheit – und das ist es doch, was jeder Künstler sich wünscht.“

Zweimal im Jahr veranstaltet Rijad ehrenamtlich Theaterworkshops für Kinder. „Da gibt es immer viel zu lachen“, erzählt er. „Ich versuche, den Kindern mit Schauspiel, mit Humor einen anderen Blick auf die kleinen Gemeinheiten des Alltags zu geben. Vieles, was uns ärgert oder traurig macht, hat auch eine komische Seite.“

Erleben Sie Rijad in Aktion in unserem Videoclip auf Youtube.

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